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Spätestens nachdem der Blockbuster „Blood Diamond“ mit Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio 2006 in die Kinos kam, ist der Blutdiamant vielen ein Begriff. Die wenigsten haben bisher jedoch den Ausdruck "Blutgold" gehört.

Unter Bedingungen, die der Sklaverei ähneln, befördern Menschen die kostbaren Diamanten aus den Minen. Korrupte Politiker*innen und Warlords finanzieren nicht nur Bürgerkriege, sondern auch den eigenen aufwendigen Lebensstil damit. Möglich ist das Ganze nur, weil es auch Käufer*innen für die Diamanten gibt. Die Käufer*innen sind wir: „Weit weg“ und oft unwissend über unsere mittelbare Verantwortung für die Folgen unserer Entscheidung. Diamanten kaufst du eh nicht? Gut. Aber besitzt du Goldschmuck? Denn dass Gold ebenso Bürgerkriege finanziert und die Goldindustrie fast überall weder Menschen noch Natur respektiert, ist leider für die meisten von uns vollkommen neu.

Seit Jahrtausenden ist Gold DAS Metall, wenn es um edlen Schmuck geht und Symbol für Reichtum und Wohlstand. Seine Seltenheit, Beschaffenheit und Glanz ziehen die Menschen in seinen Bann. Gold hat fast etwas Magisches. Im Mittelalter versuchten unzählige Alchimist*innen auf kreativsten Wegen Gold herzustellen. Vergebens – dafür hätten sie eine Supernova erzeugen müssen. Daher war das Edelmetall über Jahrhunderte hinweg das perfekte Tauschmittel und von enormem Wert.

Eine sichere Geldanlage, die eigentlich eine Bedrohung ist

Auch heute kommt Gold eine wichtige Bedeutung zu. Es wird als sichere Vermögensanlage gehandelt. Seit Jahren steigt der Goldpreis – eine sichere Bank also. Finanziell mag das zutreffen, ökologisch und sozial ist der konventionelle Goldabbau jedoch eine enorme Bedrohung. Keine Frage, Gold fasziniert. Aber der Preis, den wir dafür zahlen, ist hoch. Wie hoch dieser Preis ist, wussten auch wir lange nicht.

Erst ein Dokumentationsprojekt öffnete uns die Augen

Wir mussten erst zu richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Um genau zu sein, im Jahr 2013 in den Anden von Peru. Die Beteiligung an einem Dokumentarprojekt, das sich mit den Widerständen der indigenen Bevölkerung gegen die Erweiterung einer der größten Goldminen der Welt beschäftigt hat, hat uns die Augen geöffnet. Es ist noch schlimmer als es am Anfang aussah und bei uns weiß kaum jemand darüber Bescheid.

Aber was genau ist denn jetzt so schlimm an Gold? Werden Menschen ausgebeutet, die Umwelt verseucht und gibt es nicht auch irgendwelche positiven Konsequenzen? In unserer Aufklärungsreihe über das goldene Konfliktmetall gehen wir auf all diese Fragen ein und erklären auch, was du tun kannst und welche Alternativen zum „schmutzigen Gold“ gibt. Im nächsten Teil erfahrt ihr, warum der Gewinnungsprozess von Gold heutzutage so umweltschädlich ist und was Quecksilber damit zu tun hat.

Bisher veröffentlichte Teile der Blogreihe

TEIL 1: Gold - Ein Edelmetall, das wir neu denken müssen

TEIL 2: Gold - Warum sein Abbau die Umwelt vergiftet

 

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