kauri.

Der Ursprung unserer Idee: Die Anden

kauri.s Entstehungsgeschichte begann 2013. Tina reiste zum ersten Mal nach Peru für ein Praktikum im Goethe Institut. Dort lernte sie Alex kennen, der als Fotograf und Filmemacher die vielen Facetten dieses faszinierenden Landes audio-visuell festhält. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er an seinem ersten transmedialen Dokumentarprojekt, welches den Widerstand indigener Gemeinden gegen eine der größten Goldminen der Welt namens Yanacocha dokumentiert: Guardians of the Water.

Wir reisten kurzerhand zusammen zum Ort des Geschehens, nach Cajamarca, um Film- und Fotomaterial zu sammeln. Diese Reise war für einen Monat geplant, wir entschieden uns länger zu bleiben. In den folgenden drei Monaten reisten wir mit unseren Rucksäcken durch die Region Cajamarca, welche bereits mit ihrer Historie für den Goldwahn steht. Im 16. Jahrhundert traf hier der Spanier Francisco Pizarro auf den Inka-König Atahualpa, den er für ein Zimmer voller Gold umbringen ließ und damit den Beginn des Zerfalls des Inka-Reiches provozierte. Seitdem hat sich vieles geändert in Cajamarca sowie Peru - nur im Hinblick auf Gold nicht.

Die Reise durch Cajamarca bzw. Gespräche mit vielen inspirierenden Persönlichkeiten halfen uns die lokale Perspektive des Widerstands, in dem fünf Menschen gestorben waren, zu verstehen. Wir trafen, fotografierten und filmten viele Leute, die mit wenig Ressourcen und dafür umso mehr Leidenschaft und Mut ihre Rechte und die ihrer Gemeinden zu verteidigen versuchen. Es geht vor allem um das Recht auf sauberes Trinkwasser, welches mit dem Beginn der Bergbauaktivitäten bedroht werden würde.

Persönlichkeiten wie Máxima Acuña de Chaupe, eine kleine aber starke Frau, die mit ihrem Gerechtigkeitssinn und ihren selbstkomponierten Liedern zum Symbol des Widerstandes wurden, gaben den ersten Anstoß für kauri.. Wir wurden Freunde der Familie Chaupe und durften bereits einige Male ihre Gastfreundschaft genießen. Das bedeutet, jeden Morgen auf 4000 Meter über dem Meeresspiegel in einer Berglandschaft aufwachen, die buchstäblich Gold wert ist.

Zurück in Deutschland

Tina erfuhr, dass Freunde von ihr heiraten wollten und sie fragte sich, ob es nachhaltigere und fairere Alternativen zu Hochzeitsringen aus Gold gibt. Gerade die Erkenntnisse ihrer frisch abgeschlossenen Bachelorarbeit zum Thema Deutschlands Rohstoffhunger und die damit verbundenen Konflikte in Peru zeigten ihr, dass es dringend eine Reflexion bezüglich dieser Tradition bedarf.

Ringe aus Sand

Auf Sand als Material für Ringe kam Tina durch Interviews mit verheirateten Paaren. Interessant ist die Tatsache, dass viele an dem Symbol Ring festhalten, Gold aber in jüngeren Zielgruppen keine große Rolle mehr spielt. Vielen scheinen materielle Dinge nicht mehr so wichtig. Im Gegensatz dazu, schwärmen sie von Flitterwochen in der Natur - häufig am Strand, von dem nicht selten ein kleiner Teil mitgenommen wird, um die schönen Erinnerungen zu konservieren.

Uns ist bewusst, dass auch Sand ein einzigartiger Rohstoff ist, mit dem nachhaltig umgegangen werden muss. Sand ist aber nicht gleich Sand. Es gibt runde Körner, Wüstensand, und kantige Körner, die in der Bauwirtschaft exzessiv genutzt werden. kauri. wird nur auf Nachfrage produzieren und für die erste Kollektion vorrangig Wüstensand verwenden. Sollten Kund*innen Strandsand mitbringen, verarbeiten wir auch diesen. Für die Produktion eines Ringen benötigen wir zum Glück nur wenige Gramm Sand.

Langfristig forschen wir weiter, um den von uns verarbeiteten Sand z.B. aus dem Ring zurück zu gewinnen und den Ring bzw. die Herstellung im besten Fall zu einem emissions- und plastikfreien Prozess zu machen. Außerdem werden wir nicht nur bei einer Kollektion mit Sand bleiben.

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